Exploration serves as the fundamental impetus behind artistic creation—employing the tools of art while maintaining a deliberate distance from both the (self-)artist and the artwork. This approach is intertwined with fragmentation, a series of distinct perspectives that observe and document the creative processes and their assimilation into the surrounding context.
Jan-Hendrik Pelz (*1984 in Filderstadt), auch unter dem Künstlerpseudonym Paula Pelz bekannt, lebt und arbeitet in Stuttgart. In seiner künstlerischen Praxis verbindet er Malerei, Installation, Konzept- und Videokunst. Im Zentrum seines Interesses stehen Bilder als kulturelle Konstruktionen: ihre Entstehung, ihre Zirkulation und die sich wandelnden Bedeutungen, die sie im Laufe der Zeit annehmen. Dabei arbeitet Pelz häufig mit vorgefundenem Bildmaterial, historischen Referenzen und bestehenden visuellen Systemen, die er durch Verfahren der Aneignung, Verschiebung und Rekontextualisierung untersucht.
Diese Fragestellungen verdichten sich in der Werkserie [GESAMT] (2025–2026). Ausgangspunkt sind Reproduktionen von Werken aus der Sammlung [gesamtkunstwerk], die der Künstler zerschneidet, neu kombiniert und zunächst zu Collagen, anschließend zu großformatigen Malereien verarbeitet. Die Arbeiten greifen Strategien der Appropriation ebenso auf wie Verfahren der Fragmentierung und Montage, die seit der Kunst des 20. Jahrhunderts zentrale Rollen spielen. Indem die ursprünglichen Bildzusammenhänge aufgelöst und in neue Konstellationen überführt werden, verschiebt Pelz Fragen nach Autorschaft und Originalität in eine zeitgenössische Bildpraxis. Die einzelnen Motive bleiben als Zitate erkennbar, lösen sich jedoch aus ihrem ursprünglichen Kontext und treten in neue Beziehungen ein. Sammlung wird dabei nicht zum Gegenstand der Darstellung, sondern zum Material eines künstlerischen Transformationsprozesses.
Von 2007 bis 2015 studierte Pelz an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. Christian Jankowski und Dr. Anne Vieth. 2011 absolvierte er ein Erasmus-Stipendium an der Kunstakademie FHNW in Basel. Im Jahr 2018 wurde ihm im Rahmen des Weißenhof-Programms der Meisterschüler-Titel verliehen.
Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt, darunter in New York, Bogotá, London sowie im Rahmen der Istanbul-Biennale. 2022 wurde sein Projekt An Inner Place während der documenta fifteen im Kasseler RuruHaus präsentiert. Aktuell ist Pelz gemeinsam mit Delschad Numan Khorschid mit der Ausstellung Zehn Leben im Museum Villa Stuck in München vertreten.
Für sein künstlerisches Schaffen erhielt er verschiedene Auszeichnungen und Stipendien, darunter Förderungen der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Im Jahr 2020 wurde ihm der 16. Kunstpreis der Volks- und Raiffeisenbanken verliehen. Pelz ist Mitglied im Deutscher Künstlerbund e.V..

