Was bedeutet das Ganze in einer Zeit, in der Bilder fortwährend zerlegt, geteilt, reproduziert und neu zusammengesetzt werden?
Die Ausstellung [GESAMT] geht dieser Frage nach – nicht als Antwort, sondern als Versuchsanordnung.
Für die Werkserie arbeitet Jan-Hendrik Pelz mit Reproduktionen von Arbeiten aus der Sammlung [gesamtkunstwerk]. Er zerschneidet sie, löst ihre ursprünglichen Zusammenhänge auf und setzt Fragmente unterschiedlicher Werke zu neuen Bildkonstellationen zusammen. Aus diesen Collagen entstehen 14 Ölgemälde, darunter ein monumentales Triptychon.
Die Gemälde zeigen nicht nur ihre Motive, sondern auch die Bedingungen ihrer Entstehung. Risse, Überlagerungen und Verschiebungen bleiben sichtbar. Was getrennt wurde, wird erneut verbunden. Was einst als Einheit erschien, zerfällt in Fragmente. Und was fragmentiert wurde, tritt in neue Beziehungen.
Pelz bewegt sich damit in einem Spannungsfeld, das die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts nachhaltig geprägt hat: zwischen Appropriation und Autorschaft, Archiv und Gegenwart, Erinnerung und Neuproduktion. Anders als viele Strategien zeitgenössischer Bildaneignung greift seine Praxis jedoch nicht auf einen anonymen Bilderstrom zurück, sondern auf eine konkrete Sammlung – ein bereits bestehendes Netzwerk aus Werken, Perspektiven und Geschichten.
Die Ausstellung versteht die Sammlung nicht als Speicher der Vergangenheit, sondern als Material für neue Verbindungen. Jedes Gemälde existiert zugleich für sich und in Beziehung zu anderen Bildern. Einzelne Autorenschaften bleiben sichtbar und werden dennoch Teil eines größeren Zusammenhangs.
[GESAMT] untersucht, wie Bedeutung entsteht, wenn Bilder ihre ursprünglichen Grenzen überschreiten und Teil neuer Konstellationen werden. Der Titel beschreibt keinen abgeschlossenen Zustand. Er bezeichnet einen Prozess: das fortwährende Herstellen von Beziehungen zwischen Bildern, Bedeutungen und Geschichte.
In einer Gegenwart, die zunehmend von Montage, Remix und Rekontextualisierung geprägt ist, erscheint das Ganze nicht länger als Ursprung. Es entsteht erst durch die Verbindung seiner Teile.

![Jan-Hendrik Pelz [GESAMT] 14, Triptychon](https://static-assets.artlogic.net/w_355,h_400,c_limit,f_auto,fl_lossy,q_auto/ws-pulpogallery/usr/images/viewing_rooms/group_images_override/items/25/25de7df16d634668a11a5a6216adc45e/pulpo_jhpelz_gesamt_13_totale.jpeg)